Franz spaziert durch sein Gesamtwerk

Im Zuge des Festivals „Zürich liest“ las auch eine Grösse im übersichtlichen Schweizer Literaturbetrieb: Franz Hohler unterhielt in der Mühle von Otelfingen die Zuhörer mit seinen Texten. Unter dem Titel „Franz spaziert durch sein Gesamtwerk“ las das fünfundsiebzig jährige Urgestein der Literaturszene Gedichte, Kurzgeschichten und sogar ein Romankapitel.

Er liest Gedichte, singt seine Übersetzungen von Chansons oder trommelt auf einem Tisch herum, um sein Gedicht taktisch zu untermalen. Kein Wunder, dass während der ganzen zwei Stunden, welche dieser Spaziergang dauert, die gut hundert Besucher in der ausverkauften Mühle ihm wie gebannt zuhören.

Patrice Gilly, der Veranstalter bei der Stiftung Mühle Otelfingen, hat den Abend organisiert. „Es wurde höchste Zeit, dass Franz Hohler mal nach Otelfingen kommt“, meint Gilly. Auf die Frage, was seine Texte so vielen Leuten zugänglich macht, sagt Gilly: „Er kann einfach aus der Realität ins Fantastische streifen.“ So muss man sich das wohl erklären, wie das Publikum den Autoren bejubelt. Man fühlt sich fast schon an einen Rockstar erinnert, wenn Hohler dem älteren Publikum sogar einen Schrei entlocken kann, wie man ihn sonst eher von Teenies bei einem Popkonzert kennt. Und am Ende darf er sogar eine Zugabe spielen, will heissen, er liest noch ein kurzes Gedichten. Vielleicht ist Franz Hohler schon näher an einem Rockstar dran, als ihm lieb wäre.

«So hoch über dem Publikum wie in der Mühle Otelfingen bin ich schon lang nicht mehr gestanden, und so nahe beim Publikum auch nicht. Eine besondere Mischung an einem besonderen Ort!»

Franz Hohler